Straßen und Radwege fit für die Zukunft machen: Die Rolle des LBM beim Wiederaufbau

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Seit Dezember 2025 rollen wieder planmäßig Züge auf der Ahrtalbahn. Der Abschluss dieses Großprojekts hat Kapazitäten und Flächen freigemacht, um auch den Wiederaufbau der anderen Verkehrswege im Ahrtal auf die Zielgerade zu bringen. So laufen die Arbeiten an der B 267 sowie am Ahr-Radweg auf Hochtouren. Zuständig ist der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM). Wir beleuchten seine Arbeit im Ahrtal und die Herausforderungen, die sie mit sich bringt.

Der Ahr-Radweg wächst Stück für Stück wieder zusammen: Im vergangenen Jahr konnte der LBM entlang der Mittelahr alle neun Radwegebrücken und Rahmenbauwerke wiederherstellen. Die Arbeiten an den Streckenabschnitten dazwischen laufen ebenfalls. Mitte Mai soll der Radweg fertig sein. Eine Lücke wird jedoch zunächst bleiben: Die Brücke zwischen Laach und Altenahr darf aus Gründen des Hochwasserschutzes nicht einfach wieder aufgebaut werden. Ein Neubau an anderer Stelle ist zwar in Planung, nimmt aber mehr Zeit in Anspruch. Der LBM arbeitet an einer Übergangslösung.

2026 nimmt der Straßenbau Fahrt auf

Der Ahr-Radweg steht beispielhaft für die hohen Ansprüche, die der Wiederaufbau der zerstörten Verkehrswege im Ahrtal an den LBM stellt. Stefan Koch, Fachgruppenleiter für die Straßenplanung beim Landesbetrieb, zählt die größten Herausforderungen auf: „Zahlreiche Bauwerke, viele Besonderheiten wie Tallage und Landschaftsbild, wenig Zeit zwischen Planung und Bau – und dann die erschwerten Bedingungen durch den parallelen Neubau der Bahnstrecke direkt nebenan.“

Der Wiederaufbau der Ahrtalbahn ist auch der Grund, warum der LBM einige große Straßenbaumaßnahmen zwischen Altenahr und Ahrweiler zunächst zurückgestellt hatte. Zwar waren viele Straßen schon sechs Wochen nach der Flut provisorisch so weit wiedergestellt, dass alle Ortslagen wieder erreichbar waren. Die neu aufgebaute L 77 konnte der LBM zudem bereits im September 2022 endgültig für den Verkehr freigeben, die L 76 folgte im Mai 2023. Doch vor allem an der B 267 hätten baubedingte Straßensperrungen die Arbeiten an der Bahnstrecke zu sehr verzögert. Indem der LBM der Bahn Priorität einräumte, konnte die DB die neue Strecke pünktlich zum Fahrplanwechsel 2025/2026 in Betrieb nehmen.

Nun ist der Weg frei für die Fertigstellung des Ahr-Radwegs sowie die vollumfängliche Sanierung der B 267. So hat Anfang 2026 der Ausbau im Bereich der Ortsdurchfahrt Reimerzhoven begonnen. Die Baumaßnahmen auf weiteren Planungsabschnitten zwischen Altenahr und Walporzheim sind in Vorbereitung, ebenso für die B 257 zwischen Ahrbrück und Altenahr.

Ein Mammutprojekt unter verschärften Bedingungen

Auch wegen der speziellen Rahmenbedingungen ist die Wiederherstellung der Verkehrsinfrastruktur im Ahrtal eine komplexe Mammutaufgabe. „In wenigen Jahren muss hier Infrastruktur entstehen, deren Bau normalerweise mehrere Jahrzehnte in Anspruch nimmt“, verdeutlicht Stefan Koch. Das bedeutet einen hohen Ressourcen- und Abstimmungsaufwand.

Umso wichtiger ist es, nah am Geschehen zu sein. Deshalb richtete der LBM im Oktober 2021 in Sinzig ein eigenes Projektbüro für das Ahrtal ein. Dies ermöglicht es dem Landesbetrieb, Planung und Bau eng mit den Betroffenen sowie mit anderen Akteuren in der Region abzustimmen. Neben der Deutschen Bahn sind dies etwa Tourismusverbände oder Winzergenossenschaften. Auch der Austausch mit den Kommunen ist unabdingbar, damit die Planungen des LBM beispielsweise nicht in Konflikt mit dem laufenden Aufbau von Nahwärmenetzen geraten. Schließlich will der LBM zu gegebener Zeit auch die betroffenen Anlieger in die Planungen einbeziehen, vorwiegend zu den Ortsdurchfahrten.

Straßenbau im engen Ahrtal heißt obendrein oft: Sperrungen und lange Umwege für den Verkehr. „Die Straßen sind sehr schmal. Viele Arbeiten dürfen wir daher leider nur unter Vollsperrung durchführen“, bedauert Koch. Wo es geht, wird der LBM unter halbseitiger Verkehrsbeschränkung bauen. Ein spezielles Umsetzungskonzept, das den Wiederaufbau der Straßen abschnittsweise und zeitlich staffelt, soll für weitere Entlastung sorgen.

Fit für die Zukunft dank moderner Infrastruktur

Der Wiederaufbau bietet die Chance, im Ahrtal flächendeckend eine moderne, sichere Verkehrsinfrastruktur aufzubauen. „Wir tun alles dafür, dass die neuen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen künftig auch nach extremen Flutereignissen befahrbar bleiben“, kündigt Stefan Koch an. Auch der Radverkehr erhält eine leistungs- und zukunftsfähige Trasse. Der drei Meter breite Ahr-Radweg soll ein Vorzeigemodell für attraktive Fahrradinfrastruktur sowohl für den Alltag als auch für den touristischen Radverkehr werden – komfortabel, verkehrssicher und vielerorts abseits der Straße. „Bei allen Herausforderungen erlaubt uns der Wiederaufbau im Ahrtal auch, neue Ideen und Lösungen umzusetzen“, so Koch. „Es ist eine schöne Aufgabe, eine ganze Region fit für die Zukunft zu machen.“

Mehr zur Arbeit des LBM beim Wiederaufbau erfahren Sie in Folge 8 unseres Podcasts.

Aktuelle Informationen zum Stand der LBM-Maßnahmen finden Sie auf der Website des Projektbüros.

Über Verkehrssperrungen im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau informieren wir vorab auf dieser Website sowie auf unserem WhatsApp-Kanal.