Ein Blick hinter den Bauzaun: Rundgang durch den Wiederaufbau in Mayschoß

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Großes Interesse, viele Fragen und direkter Austausch vor Ort: Rund 20 Bürgerinnen und Bürger haben am Dienstagabend, 23. Juni, die Gelegenheit genutzt, sich im Rahmen der Baustellenführung einen „Blick hinter den Bauzaun“ zu verschaffen und sich über den aktuellen Stand zentraler Wiederaufbauprojekte in Mayschoß zu informieren.

Bei bestem Wetter führte der rund 90-minütige Rundgang durch mehrere Stationen im Ort. Schritt für Schritt erhielten die Teilnehmenden so einen direkten Eindruck davon, wie sich Mayschoß verändert – und welche Maßnahmen aktuell umgesetzt werden oder kurz bevorstehen. Die offene, konstruktive Atmosphäre prägte die Veranstaltung: Entlang der einzelnen Stationen blieb immer wieder Zeit für Nachfragen und Gespräche.

Begleitet wurde die Ortsbegehung von Fachplanern der Zukunft Mittelahr AöR, des Planungsbüros Monreal sowie der Energie Mayschoß GmbH. Auch Bürgermeister Dominik Gieler, der neue Ortsbürgermeister von Mayschoß, Olaf Leidreiter, und Vertreter des Ortsgemeinderats nahmen teil und standen für den Austausch zur Verfügung. Ortsbürgermeister Leidreiter bedankte sich bei allen Beteiligten und richtete sich mit einem Appell an die Bürger und Bürgerinnen, weiterhin aktiv an diesen Informationsveranstaltungen teilzunehmen. Bei diesem Format bestehe die Gelegenheit, offene Fragen unmittelbar vor Ort mit einem "Blick hinter den Bauzaun" an die jeweiligen Fachleute zu richten.

 

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Thorsten Trütgen

Station 1: Der Waagplatz als neue Ortsmitte
Treffpunkt der Tour war der Waagplatz. Dort entsteht die neue multifunktionale Ortsmitte von Mayschoß. Geplant ist ein gemeinsames Gebäude, das unter anderem einen Weinbrunnen und ein Feuerwehrgerätehaus umfasst. Die Gesamtkosten liegen bei rund 5 Millionen Euro. Aktuell wird die Ausschreibung vorbereitet, der Planungsbeginn ist für den Spätsommer beziehungsweise Herbst vorgesehen.

Station 2: Die Ahrufermauer
Weiter führte die Strecke entlang der Ahr, wo die Teilnehmenden den Wiederaufbau der stark beschädigten Ufermauer nachvollziehen konnten. Diese wird in hochwasserangepasster Bauweise als Bohrpfahlwand neu errichtet und mit Fertigteilen in Natursteinoptik ausgeführt. Die Bauarbeiten haben im Frühjahr 2026 begonnen, die Fertigstellung ist für Ende des Jahres geplant. Die Investition beträgt rund 7 Millionen Euro.

Station 3: Sportplatz und Gewässerentwicklung
Am ehemaligen Sportgelände wurde deutlich, wie eng Wiederaufbau und Vorsorge miteinander verbunden sind. Auf der vollständig zerstörten Fläche entsteht eine neue Sport-, Spiel- und Freizeitanlage. Parallel dazu wird ein Gewässerentwicklungskorridor geschaffen, um das Abflussverhalten der Ahr zu verbessern. Die Maßnahme umfasst rund 2,5 Millionen Euro, die Planung startet in Kürze. Die Gemeinde hat die notwendigen Grundstücke dafür aus eigenen Mitteln erworben.

Station 4: Die Bahnhofsbrücke
Ein weiterer Halt war die Bahnhofsbrücke, die zu den wenigen Bauwerken im Ahrtal gehört, die die Flut teilweise überstanden haben. Sie wird saniert und insbesondere im Bereich der Ver- und Entsorgungsleitungen hochwasserangepasst neu aufgebaut. Der Baustart ist für den Sommer 2026 vorgesehen, die Fertigstellung für Herbst 2027.

Station 5: Nahwärme für den Ort
Zum Abschluss des Rundgangs stand die künftige Energieversorgung im Fokus. Parallel zum Wiederaufbau entsteht ein neues Nahwärmenetz für die Ortslage. Ziel ist eine langfristig resiliente, gemeinschaftliche Energieversorgung. Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von rund 11 Millionen Euro und soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Großes Interesse und lebendiger Austausch
An allen Stationen zeigte sich: Das Interesse an den Entwicklungen im Ort ist groß. Die zahlreichen Fragen machten deutlich, wie wichtig transparente Informationen und der direkte Dialog sind. Auch aus Sicht der Veranstalter war die Ortsbegehung ein Erfolg. Die gute Beteiligung, das sommerliche Wetter und vor allem die Gespräche vor Ort haben zu einer positiven, offenen Stimmung beigetragen.

Mit Formaten wie der Baustellenführung „Blick hinter den Bauzaun“ soll der Wiederaufbau in Mayschoß und anderen betroffenen Gemeinden auch weiterhin transparent begleitet werden – damit Entwicklungen nachvollziehbar bleiben und der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern fortgeführt werden kann.