Manchmal sind es nicht die großen Zahlen, Baupläne oder Förderbescheide, die zeigen, was Wiederaufbau wirklich bedeutet. Manchmal reicht ein Blick in einen Raum voller junger Menschen, die lachen, Pläne schmieden, gemeinsam kochen oder einfach Zeit miteinander verbringen. Genau so ein Ort ist jetzt zurück: Seit der Eröffnung des neuen Jugendbüros in Altenburg am 16. Oktober hat die Jugendarbeit der Verbandsgemeinde Altenahr wieder ein festes Zuhause. Das Gebäude zählt zu den ersten vollständig realisierten Hochbauprojekten des Wiederaufbaus. Es umfasst 210 Quadratmeter Fläche, bietet moderne Aufenthalts- und Beratungsräume, einen Multifunktionsraum mit Küche sowie eine Photovoltaikanlage auf dem begrünten Dach. Das Projektvolumen beträgt rund 820.000 Euro.
Das frühere Gebäude war durch die Flutkatastrophe 2021 so schwer beschädigt worden, dass es abgerissen werden musste. Für das Team und die Jugendlichen bedeutete das viele Jahre im Provisorium. Denn mit der Flut gingen nicht nur Räume verloren, sondern auch wichtige Treffpunkte und gewachsene Strukturen. Dennoch war für das Team schnell klar: Die Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien müssen aufrechterhalten werden. Die Container in Altenburg wurden deshalb zur Schaltzentrale der Jugendarbeit. „Dort haben wir geplant, organisiert, beraten und gearbeitet. Gleichzeitig fanden Jugendtreffen, Gruppenangebote und Veranstaltungen statt. Statt auf perfekte Bedingungen zu warten, haben wir einfach weitergemacht“, sagt Teamleiterin Melanie Effert.
So gab es trotz der schwierigen Rahmenbedingungen etwa Ferienprogramme, Jugendgruppen, Ausflüge, Kinoveranstaltungen, Jugendbegegnungen und zahlreiche weitere Aktionen. Das Prinzip der offenen Tür blieb auch in den Containern bestehen: Jugendliche konnten vorbeikommen, Ideen einbringen oder einfach Zeit miteinander verbringen.
Einige Angebote, die nach der Flut entwickelt wurden, haben sich sogar so bewährt, dass sie bis heute Bestand haben. Dazu gehören insbesondere die dezentralen Angebote in den Ortsgemeinden, mit denen das Jugendbüro direkt zu den Kindern, Jugendlichen und Familien kommt – etwa für einen Filmabend.
Jetzt aber ist die Freude über die neuen Räume groß. Auch Dominik Gieler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, ist überzeugt: Ein Jugendbüro wird nicht dadurch gut, dass es neu ist, sondern dadurch, dass junge Menschen es nutzen, Ideen entwickeln, kreativ werden und eigene Projekte auf die Beine stellen. „Es geht um Freundschaften, Vertrauen, Beratung und darum, jungen Menschen zu zeigen: Ihr gehört dazu, eure Meinung zählt und ihr habt hier in der Verbandsgemeinde Altenahr eine Zukunft“, erklärt Dominik Gieler.
Ein Haus für die Zukunft
Auch für das Jugendbürobleibt künftig entscheidend, dass Kinder und Jugendliche ernst genommen und frühzeitig beteiligt werden. Das neue Gebäude bietet dafür die besten Voraussetzungen. Gleichzeitig bleibt die eigentliche Aufgabe dieselbe wie in den vergangenen Jahren: junge Menschen begleiten, Gemeinschaft ermöglichen und Freiräume schaffen.
Mehr über die Jugendarbeit der Verbandsgemeinde auch im Wiederaufbau-Podcast „Das wird.“